Reiseberichte

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RHODOS

Übersicht

Rhodos ist mit 1.401,459 km² die viertgrößte Insel Griechenlands und Hauptinsel der griechischen Inselgruppe Dodekanes in der Südost-Ägäis. Das türkische Festland ist nur 17,5 km entfernt. Die Insel hat eine Ausdehnung von 78 km Länge und 38 km Breite. Rund 116.000 Einwohner leben hier, insbesondere in der Stadt Rhodos und in den Gemeinden Megisti, Symi, Tilos und Chalki.

Im Innern des Eilands herrscht ein gebirgiges Landschaftsbild mit den höchsten Erhebungen Attavyros (1.215 m) und Akramitis (825 m). Zum Meer hin prägen im Osten und Westen Steilküsten die Landschaft, während die Nord- und Südküsten deutlich flacher verlaufen und die im Süden in die Halbinsel Prasonisi übergeht.

Mythologie

Rhodos soll aus dem Meer entstanden sein. Der Meeresgott Poseidon und seine schöne Tochter, die Nymphe Rhode, hielten ihre schützenden Hände über die Insel. Als Gottvater Zeus sein Reich unter den Göttern des Olymp aufteilte, vergaß er Helios, der gerade unterwegs war, um die Erde mit seinen Sonnenstrahlen zu erwärmen. Helios hatte auf seinen Reisen eine bezaubernde Insel – und die noch bezauberndere Nymphe Rhode - entdeckt und bat nun Zeus um dieses fruchtbare Eiland. Er erhielt die Insel, nahm seine große Liebe Rhode zur Frau und hatte mit ihr sieben Söhne – die Heliaden. Der Älteste hatte wiederum drei Söhne, die zu den Gründervätern der Insel Rhodos gelten: Kameiros, Ialysos und Lindos.

Kein Wunder also, dass auf Rhodos die Sonne häufiger scheint als anderswo: Gott Helios beschert der Insel bis heute mehr als 3.000 Sonnenstunden pro Jahr und macht die Insel zu einer der sonnenreichsten Regionen in ganz Europa - und damit auch zu einem der beliebtesten Reiseziele, insbesondere für Strandurlauber.

Kulturelle Besonderheiten

Kaum ein Besucher kommt an der quirligen Metropole, der Stadt Rhodos, vorbei. Hier stand eines der sieben Weltwunder der Antike: der Koloss von Rhodos. Die 34 Meter hohe Statue wurde als Dank für die Errettung im Krieg Makedoniens gegen Athen und Theben 305 v. Chr. an der Hafeneinfahrt errichtet, aber bei einem Erdbeben im Jahre 227 v. Chr. leider zerstört. Auf dem Standort der einstigen Sockel des Kolosses grüßen heute die beiden Statuen Elafos und Elafina (Hirsch und Hirschkuh) die ankommenden Schiffe. Eine besondere Sehenswürdigkeit in der Stadt Rhodos ist die Ritterstraße zwischen Archäologischem Museum und dem Großmeisterpalast. Sie ist die einzige vollständig erhaltene, spätmittelalterliche Wohnstraße in Europa.

Die Stadt Lindos besticht durch zahlreiche weiße Häuser, mit pinkfarbenen Hibiskusblüten wirkungsvoll ins Fotolicht gesetzt, pittoresken Gassen, der sehenswerten Marienkirche mit bedeutenden Fresken und zahlreichen Kapitänshäusern. Wen wundert’s, dass diese bezaubernde Stadt viele Künstler anzieht?

Keinesfalls versäumen sollte man den Besuch der berühmten Akropolis in Lindos. Sie ist nach der Akropolis in Athen die meistbesuchte Griechenlands und bietet auf engem Raum einen umfassenden Abriss der Geschichte, da bedeutende Artefakte aus allen wichtigen Zeitabschnitten dort gefunden wurden. Geduldige Esel erleichtern pflastermüden Besuchern den Aufstieg.

Einen atemberaubenden Blick bis zur Nordspitze der Insel bietet der südwestlich von der Stadt Rhodos gelegene, 267 m hohe Hügel Filerimos. Die Ruinen auf dem Plateau zeugen von der antiken Stadt Ialysos mit ihrer Akropolis. Beherrscht wird die Anlage jedoch vom byzantinischen Kloster aus dem 10. Jahrhundert. Italienische Franziskanermönche übernahmen später während der Besatzungszeit das Kloster Filerimos, restaurierten es und fügten 1480 die Johanniterkirche hinzu. Der Duft nach Kiefern und Kräutern und das ständige Gezirpe der Zikaden machen das heute unbewohnte Kloster und seine Umgebung zu einem Hort vollständiger Entspannung.

Der Harzduft des Orientalischen Amberbaums zieht im Nordwesten von Rhodos zahlreiche Schmetterlinge an. Das etwas im Innern der Insel gelegene Tal der Schmetterlinge bietet den Faltern ideale Lebens- und Paarungsbedingungen und dem Besucher einzigartige Eindrücke von der Vielfalt dieser Insektengattung. Um die Schmetterlinge aktiv zu erleben, empfiehlt sich ein Besuch von Mitte Juni bis September.

Weiter südlich ragt ein Felsendom mit seinen Felswänden bis zu 240 Meter direkt an der Küste hoch. Er ist einer der drei Verteidigungspunkte der Johanniter. Reste der alten Burg auf dem Fels sind noch zu besichtigen. Von dem einstigen alten Kloster ist nur noch eine kleine Kapelle vorhanden.

Schon der römische Kaiser Augustus suchte für die Linderung seiner Beschwerden die Thermen von Kallithea auf. Heute präsentiert sich die Anlage im romantischen Orientstil frisch renoviert in einer attraktiven Parkanlage. Die Location weit im Nordosten der Insel diente auch schon öfter als Filmkulisse z. B. für den Spielfilm „Die Kanonen von Navarone“ mit Anthony Quinn.

Eine ihrer schönsten Seiten offenbart die Insel an der Westküste bei der Stadt Kámiros - neben Lindos und Ialysos einer der drei Städte des antiken Rhodos. Ein umfangreiches Grabungsfeld zeigt hier ein anschauliches Bild einer antiken, hellenistischen Stadtanlage. Die im 4. Jh. aufgegebene, unbefestigte Stadt wurde bereits um 1.000 v. Chr. gegründet, im Verlaufe seiner Geschichte mehrmals durch Erdbeben zerstört und verlor nach der Gründung von Rhodos-Stadt endgültig an Bedeutung. Die Ruinen zeugen noch heute von einer blühenden Stadt mit Tempeln, einer Stoa, Brunnenanlagen und Wohnhäusern mit Innenhof, die einen hohen Wohnstandard offenbaren. Sogar Überreste der Tonröhren für die Wasserversorgung sind noch zu bewundern.

Kulinarik

Einen nicht unbeträchtlichen Reiz des Urlaubs auf Rhodos machen die Gaumenfreuden in den zahlreichen Tavernen und Restaurants aus. Feine Gerichte mit aufregenden mediterran geprägten Geschmäckern zergehen auf der Zunge. Was In den Töpfen und Pfannen der griechischen Köche schmort und brutzelt, kommt direkt aus der Region und lässt keine Wünsche an Frische und Geschmack offen:

Halbwilde Ziegen und Schafe auf den Bergen und in den Tälern liefern sehr guten Käse. Der Olivenanbau hat ebenso wie der Anbau ausgezeichneter Weine eine jahrhundertelange Tradition. Der Fisch kommt fangfrisch direkt aus den Netzen der Fischer auf den Tisch. Das schmackhafte Fleisch von Lamm und Schaf kommt direkt vom Erzeuger nebenan und ist aromatisiert durch deren würzige Weiden im Hochland. Eine besondere Spezialität der Dodekanesinseln ist die Verfeinerung des Salats mit Kapernblättern.

Das griechische Menü auf Rhodos wird in der Regel mit einem Schnaps wie Ouzo, Metaxa oder Souma zum Anregen des Appetits eröffnet. Danach werden verschiedene Vorspeisen wie Salate, Tsatsiki mit Brot, Oliven und Fetakäse gereicht. Als Hauptgericht folgt gegrilltes Fleisch oder gegrillter Fisch mit reichlich Olivenöl und Knoblauch. Wundern Sie sich nicht, wenn die Speisen lauwarm serviert werden, das ist hier Tradition und fördert die Bekömmlichkeit. Der Genuss wird durch ein leckeres Dessert komplettiert: Chalvas (eine Süßspeise aus Sesam), Joghurt mit Walnüssen oder Speiseeis bilden das Tüpfelchen auf dem „i“. Sollte sich nach dem reichhaltigen Mahl ein Völlegefühl einstellen, empfiehlt sich ein weiterer Schnaps zur Anregung der Verdauung.

Für eine Heißhungerattacke beim Stadtbummel hat Rhodos auch eine mediterrane Fast-Food-Variante zu bieten: Das leckere Gyros besteht aus gegrilltem, in Scheiben geschnittenem Fleisch mit Tsatsiki, serviert im traditionellen Fladenbrot.

In jedem Fall krönt einer der exzellenten Weine von der Insel jedes Essen. Während meist nur die minderen Qualitäten als Exportware in Europa ankommen, können Sie vor Ort die hervorragenden, meist trockenen Rot- und Weißweine direkt vom Erzeuger genießen.


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